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30.11.2011 14:22 Alter: 1 year

Quadratisch, praktisch, gut

Kategorie: Presse
Von: Martin Schreier

Architekturwettbewerb - Siegerentwurf der Außenstelle des Firstwald-Gymnasiums glänzt mit Mehrzweckatrium

KUSTERDINGEN. "Es ist eine große Chance für unsere Gemeinde", sagt Kusterdingens Bürgermeister Dr. Jürgen Soltau. Gemeint ist das evangelische Firstwald-Gymnasium, das in Kusterdingen zum Beginn des aktuellen Schuljahrs den Betrieb in seiner Außenstelle aufgenommen hat. Bislang sind die Gymnasiasten in freien Räumen der August-Lämmle-Schule untergebracht. Doch bis zum August 2014 soll die Oberschule ein eigenes Gebäude bekommen. Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs nimmt die Planung des Schulneubaus nun konkretere Formen an.

 

Bebaut werden soll ein Grundstück an der Mozartstraße, das in direkter Nachbarschaft zur August-Lämmle-Schule und unmittelbarer Nähe zur Härten-Sport-Halle liegt. Es gehört der Gemeinde und steht der Evangelischen Schulstiftung per Erbpachtvertrag zur Verfügung. Acht Architekturbüros beteiligten sich am Wettbewerb und bereiteten der achtköpfigen Jury unter Vorsitz des emeritierten Professors Carlo Weber einen langen Freitag. Von 9 Uhr bis 19.30 Uhr brüteten vier Architekten als Fachpreisrichter sowie vier Nutzer und Bauherren als Sachpreisrichter über den Entwürfen.

 

 

Eine Anlage mit "Mitte"

Bei der Verkündung der vier Preisträger am Samstagmorgen im Klosterhof dankt Soltau allen Teilnehmern für ihre Leistung. "Es freut uns, dass uns so viele kreative Köpfe unterstützt haben." Lob spendet auch der Juryvorsitzende den Bauherren, nämlich der Gemeinde und der Evangelischen Schulstiftung, dass sie den Weg zum Neubau über einen Wettbewerb gegangen sind. "Bei schwierigen und sensiblen Vorhaben ist ein Wettbewerb die beste Möglichkeit, eine ideale Lösung zu finden", so Weber.

 

Besonderes Augenmerk legte die Jury darauf, dass die Gesamtanlage eine "Mitte" aufweist, sich die Schulanlage unter Einbezug der benachbarten Schule und der Sporthalle gut integriert und dass für den zentralen Bereich im Neubau eine gute funktionale und räumliche Lösung gefunden wird. Weitere Beurteilungskriterien galten energetischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten und der praktischen Ausbildung außerunterrichtlicher Bereiche.

 

"Jeder Teilnehmer hat ein anderes Konzept vorgelegt", sagt Weber bei der Verkündung der Preisträger. "Das hat uns auf Kosten der Teilnehmer klug gemacht." Vom mehrteiligen Pavillon bis hin zum Einbaukörper war unter den Entwürfen ein breites Spektrum vertreten.

 

Der Sieger des Wettbewerbs, das Architekturbüro Klumpp und Klumpp aus Stuttgart, hat ein in der Grundfläche quadratisches dreistöckiges Gebäude entworfen, das in einem zweiten Bauabschnitt nach Osten hin sehr flexibel erweitert werden kann.

 

Die Gebäudemitte zeichnet sich durch ein Atrium aus, das im ersten und zweiten Stock für helle Flure sorgt und auch dem zentralen Multifunktionsraum im Erdgeschoss viel Licht beschert. Letzterer kann regelmäßig als Kantine und bei besonderen Anlässen als Veranstaltungs- und Konzertsaal genutzt werden. Durch die kompakte, dreistöckige Bauweise bleibt auf dem Grundstück viel freie Fläche. Die Außenflächen in Ziegelbauweise seien ein Hinweis auf die Nachhaltigkeit, so Preisträger Professor Hans Klumpp. "Wir wollen, dass das Haus auch in 200 Jahren noch gut da steht."

 

Im nächsten Schritt wird der Entwurf von einem externen Gutachter auf seine Kostendeckung hin untersucht. Bürgermeister Soltau rechnet für den ersten Bauabschnitt mit 6,7 Millionen Euro. Ob es einen zweiten Bauabschnitt gibt, sei "absolut offen".

 

Den bundesweit rückläufigen Schülerzahlen sieht der Schulleiter des Firstwald-Gymnasiums gelassen entgegen. Schon zur Gründung der neuen Oberschule hätte das Kusterdinger Firstwald-Gymnasium mit zwei Klassen starten können. "Beim demografischen Wandel kommt es darauf an, dass man pädagogisch überzeugt", meinte Dreher.

 

Mit dem zweiten Preis des Wettbewerbs wurde das Architekturbüro Riehle und Assoziierte in Reutlingen bedacht. Der dritte Preis ging an den Architekten Günther Obinger aus Schwäbisch Hall, der vierte an das Büro Ackermann und Raff aus Stuttgart.

Mit freundlicher Genehmigung des Reutlinger Generalanzeigers

 


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