Geisterstunde auf Schloss Eulenstein

Ein schaurig schönes Schulmusical der 5. Klassen

Auf Schloss Eulenstein ging es alles andere als ruhig zu: Im Rahmen des Unterrichtsfaches Musiktheater brachten die Klassen 5a und 5b das Musical „Geisterstunde auf Schloss Eulenstein“ auf die Bühne und verwandelten diese für einen Abend in einen ziemlich turbulenten Treffpunkt für Gespenster, Hexen und andere sonderbare Gestalten.

Zur nächtlichen Geisterversammlung hatte Schlossherr Karl von Radau eingeladen. Schließlich gab es einen besonderen Anlass zu feiern: Der Flaschengeist wurde stolze 1000 Jahre alt. Eine solche Zahl erreicht schließlich nicht jeder! Gemeinsam mit Rübezahl, Graf Dracula, der kleinen Hexe und weiteren Spukgestalten sollte daher eine große Geburtstagsfeier stattfinden.

Doch die Feier verlief nicht ganz so friedlich wie geplant. Graf Dracula hatte sich offenbar versehentlich an den falschen Flaschen bedient und torkelte äußerst überzeugend und unter den Lachern des Publikums über die Bühne.

Für zusätzliche Aufregung sorgte Fritz Rabatz von Ach und Krach. Obwohl er bereits vor 138 Jahren Hausverbot auf Schloss Eulenstein erhalten hatte, weil er die Kronleuchter des Schlosses demoliert hatte, tauchte er plötzlich wieder auf. Damit beging er nicht nur einen eindeutigen Schlossfriedensbruch, sondern brachte auch reichlich Streit mit. Sein Interesse galt nämlich der selbst gebauten Rums-und-Rappel-Peng-Krachmaschine der kleinen Hexe. Deren Baupläne wollte er unbedingt in die Hände bekommen.                                                                                                          

Zwischen den Schlossbewohnern entbrannte daraufhin eine heftige Auseinandersetzung, die nur der Geisterrat lösen konnte. Zum Glück bewiesen die Geister am Ende, dass man selbst einen jahrhundertealten Streit lösen kann, wenn alle Beteiligten bereit sind, einander zuzuhören und Zugeständnisse zu machen. Durch einen Kompromiss fanden sie schließlich eine Lösung, mit der beide Seiten leben konnten: Fritz erhielt die Baupläne, während die kleine Hexe eine wichtige Position in seiner Geistergerätefabrik übernahm.

Damit griff das Musical auf humorvolle Weise eine wichtige Botschaft auf: Konflikte lassen sich nicht immer dadurch lösen, dass eine Seite vollständig gewinnt. Oft braucht es die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, unterschiedliche Interessen ernst zu nehmen und gemeinsam nach einer fairen Lösung zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten damit, dass Kompromissfähigkeit eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, Streit beizulegen und wieder friedlich miteinander umzugehen.

Die Kinder der Klassen 5a und 5b überzeugten bei ihrer Aufführung durch große Spielfreude, engagierten Gesang und mutiges Schauspiel. Mit viel Humor, ausdrucksstarker Mimik und Gestik sowie einem guten Gespür für ihre Rollen ließen sie die Figuren lebendig werden.

So endete der Spuk am Donnerstag, den 16.07.2026 (ganz nach den Regeln höchster Geisterkunst) rechtzeitig vor Sonnenaufgang und das Publikum konnte nach einer unterhaltsamen, lustigen und zugleich nachdenklich stimmenden Aufführung beruhigt nach Hause gehen. (Sm)

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