Gemeinsame Stellungnahme der Verantwortlichen im evangelischen Schulwesen
Das evangelische Schulwesen basiert auf Art. 7 Abs. 4 GG und steht aufgrund der historischen
Erfahrungen mit beiden deutschen Diktaturen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt.
An über 1.000 Schulen lernen Schüler*innen unterschiedlicher Herkunft inklusiv und mit ver_schiedenen Bedürfnissen in allgemeinbildenden Schulen aller Schulformen sowie in berufli_chen Schulen. Grundlage unseres Handelns ist der christliche Glaube: Jeder Mensch ist Ge_schöpf Gottes, Ebenbild Gottes und unabhängig von Leistung, Überzeugung oder Lebensge_schichte mit unverlierbarer Würde ausgestattet. Evangelische Schulen leben Selbstwirksam_keit und Partizipation. Sie ermöglichen es Kindern und Jugendlichen, Verantwortung für das
eigene Lernen und das eigene Leben zu übernehmen und Gesellschaft aktiv auf Basis des christ_lichen Glaubens zu gestalten.
Als Träger, Mitarbeitende und Partner*innen des evangelischen Schulwesens tragen wir ge_meinsam dazu bei, evangelische Schulen als Orte von Demokratie, Vielfalt und gelebtem Glau_ben zu stärken und sichtbar zu machen. Deshalb positionieren wir uns gegen alle Formen von
Ausgrenzung und Abwertung, wie Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Ext_remismus und Verfassungsfeindlichkeit. Im Schulalltag sind Demokratie und Vielfalt sichtbar
und erlebbar. Wir treten für ein achtsames Miteinander und einen respektvollen Umgang ein.
Unsere freiheitlich-liberale Demokratie lebt von Auseinandersetzung und einem kritischen,
sachlichen Diskurs. Dazu gehört respektvolles Zuhören, ein auf gegenseitiger Achtung basie_render Umgang mit Menschen, die anders denken und leben, ebenso wie die Achtung demo_kratischer Standards und grundlegender Werte. Die Zuwendung Jesu an alle Mitglieder der Ge_sellschaft sowie das Gebot der Nächstenliebe verstehen wir als Grundlage des Miteinanders.
Hannover, 21. Mai 2026

