Europa hautnah: Drei erlebnisreiche Tage in Straßburg

Verpasste Züge, 5-Euro-Eistee und der Versuch, ohne Termin in das höchste Gericht Europas zu kommen

Das und vieles mehr erlebte der Gemeinschaftskunde-LK der K2 auf der Kursfahrt vom 24.09. bis zum 26.09.2026 gemeinsam mit Herrn Rexer und Frau Höpfel in Straßburg.

Schon bei der Anreise wurden wir mit aktuellen politischen Themen überrascht: Sollte die Bahn besser ausgebaut werden? Dass dies offensichtlich noch nicht passiert ist, merkten wir bei unserer einstündigen Zwangspause in Immendorf, die wir aufgrund einer Verspätung einlegen mussten. Dabei handelte es sich – zu unserer Überraschung – um die einzige „Panne“. Im Vergleich zu unserem Ausflug in die Staatskanzlei Baden-Württembergs stand die Reise also unter einem guten Stern.

Nachdem wir noch ein bisschen Tram gefahren waren, begann auch schon der Spaziergang in Richtung Unterkunft, dem „The People – Strasbourg“. Nach dem Beziehen der Zimmer und einem Treffen in der Lobby stellte das Jungszimmer, bestehend aus Korbinian, Paul K. und Giuliano, im Austausch mit den anderen glücklich fest: Ihr Zimmer verfügte über zwei Stockwerke sowie ein voll ausgestattetes Bad, während die anderen im Hostel-Style nächtigten. Man muss auch mal Glück im Leben haben.

Am Mittag gab es von Herrn Rexer und Frau Höpfel eine „Laufkarte“ mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten, inklusive Informationen und Fotoaufträgen. Entgegen der Grundidee, uns in Kleingruppen aufzuteilen, entschieden wir uns, als ganzer Kurs die schöne Architektur zu bewundern. Zwar stießen wir bei der Navigation manchmal an unsere Grenzen, kamen aber am Ende doch von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Nachdem wir alle zusammen im Hostel unser Abendessen genossen hatten, entschieden wir uns gegen 21:00 Uhr, einen Supermarkt aufzusuchen. Enttäuscht stellten wir fest, dass der 300 Meter entfernte Norma geschlossen hatte. Nach kurzer Verzweiflung schlug Hanna vor, zu dem 2,5 Kilometer entfernten „Späti“ zu laufen. Da wir bis 23:00 Uhr zurück sein sollten, erfolgte der Gewaltmarsch in einem Tempo, das unsere Sportlehrer zum Staunen gebracht hätte.

Als wir ankamen, stellten wir fest, dass wir in der Einfahrt des Hilton-Hotels gelandet waren. Bei dem vermeintlichen Späti handelte es sich um einen Hotelshop. Den billigsten Eistee gab es für 5 Euro. Da wir nicht Schloss Salem sind, entschieden wir uns, die Rückreise anzutreten.

Nichtsdestotrotz war es ein erfolgreicher erster Tag.

Der zweite Tag begann relativ früh mit dem Frühstück, bevor wir vorbei an Botschaften und Konsulaten durch das EU-Viertel bis hin zum EU-Parlament gingen. Nachdem alle ohne größere Probleme die Sicherheitskontrolle passieren konnten, ging es in einer Führung einmal quer durch das Gebäude. Das Highlight war der Sitzungssaal, der von der Tribüne aus riesig erschien. Nachdem wir uns einen Film über die Geschichte der EU angesehen hatten, folgte das inoffiziell Beste am Parlament: eine Dose Cola für einen Euro. Die EU hat eben doch für jeden Vorteile zu bieten.

Nachdem das Parlament abgehakt war, kamen wir als Schülerinnen und Schüler auf die Idee, unser Glück auch bei anderen Institutionen der EU zu versuchen. Leider gab es keinen Einlass für uns. Aufgeheitert wurde die Stimmung durch den Besuch einer Pizzeria.

Anschließend besuchten wir das „Lieu d’Europe“. Da wir natürlich alle durch unser politisches Vorwissen bestens vorbereitet waren, stellte der Fragebogen rund um die EU kein Problem dar.

Nach dieser informativen Etappe ging es zurück zum Hostel, bevor wir alle – inklusive der Lehrer – gemeinsam im gegenüberliegenden Bowlingladen einkehrten.

Nach einem leckeren Essen und sehr reflektierten Gesprächen, bei denen es dem einen oder anderen gedanklich gehörig klingelte, entschieden wir uns als Gruppe, ohne das Gesangsduo Rexer / Höpfel, das bestimmt durch Gesang hätte überzeugen können, eine Karaokebar anzusteuern.

Nach kurzer Überlegung entschieden sich Giuliano, Paul K., Annika und Hanna, die französische Fangemeinde mit „Von hier an blind“ zu bereichern. Dicht gefolgt wurde dieser Auftritt von „Papaoutai“, gesungen von Sarina und ebenfalls Hanna. Gekrönt wurde die Gesangseinlage unseres Kurses durch „Ohne mein Team“, präsentiert von Paul K. und Giuliano. Anschließend bewegten wir uns in Richtung Rheinufer, an dem wir noch gemütlich saßen, bevor es zurück zum Hostel ging.

Am dritten und letzten Tag ging es darum, Museen anzuschauen. Da wir uns einig waren, marschierten wir als ganzer Kurs los. Dass der Weg das Ziel ist, hatten wir dabei etwas zu wörtlich genommen. Die angesteuerte Ausstellung über Martin Luther King hatte keinen passenden Zeitslot für uns. Also ging es weiter zum Kunstmuseum „Beaux Arts“. Durch einen kleinen Navigationspatzer führte uns Annika ein wenig zu viel herum. Wenigstens hatten wir dadurch einmal das Rathaus gesehen. Nach der Bewunderung der unzähligen Werke und einer kleinen Stärkung machten wir uns auf den Weg zum Hostel.

Auf dem Rückweg sahen wir einen Straßenorgelspieler. Als dieser erkannte, dass wir Deutsch konnten, sagte er, er hätte etwas von Udo Jürgens im Repertoire. Es musste also das passieren, was passieren musste: eine letzte Gesangseinlage mit „Griechischer Wein“ in der Altstadt Straßburgs – irgendwie auch sehr europäisch.

Dann aber schafften wir ohne weitere Stopps den Weg zum Hostel und anschließend zur Busstation.

Nach einer recht kurvigen Fahrt kamen wir gegen 18:15 Uhr in Tübingen an.

Trotz der relativ kurzen Aufenthaltsdauer war die Kursfahrt ein voller Erfolg, der uns als Kurs erstaunlich gut zusammengeschweißt hat.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Rexer und Frau Höpfel für die teils doch komplizierte Planung.

Giuliano M. Buck (K2C)
Paul Klett (KvFG)

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